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Nichtraucherschutz

Grafik Frische Luft für Berlin

Warum bedarf es eines Nichtraucherschutzes?
Wieso muss die Bevölkerungsmehrheit vor einer Minderheit geschützt werden?

Beginnen wir mit der zweiten Frage
Die Frage ist falsch gestellt. Die Bevölkerungsmehrheit muss nicht vor einer Minderheit geschützt werden, sondern vor dem Tabakrauch, den eine Minderheit produziert. Schon Johann Wolfgang von Goethe fragte in einem Brief an seinen Freund von Knebel: "Wer ist imstande, in das Zimmer eines Rauchers zu treten, ohne Übelkeit zu empfinden?"

Der meist verharmlosend als "blauer Dunst" bezeichnete Rauch ist ein Gemisch aus etwa 4800 identifizierten verschiedenen Schadstoffen, von denen bei über 70 Stoffen nachgewiesen ist, dass sie Krebs erregend und erbgutverändernd sind oder im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen (siehe auch unser Info-Faltblatt "F 11: Was ist drin im Tabakrauch?").

Tabakrauch gilt als der mit Abstand gefährlichste und am weitesten verbreitete Innenraumschadstoff. Im Nebenstromrauch - das ist der Rauch, der zwischen den Zügen durch das Weiterglimmen des Tabaks von der Zigarette aufsteigt - sind bestimmte Schadstoffe in bis zu 150 Mal höherer Konzentration enthalten als im Hauptstromrauch, den der Raucher einatmet. Durch die Verteilung im Raum wird der Nebenstromrauch natürlich verdünnt, aber eben nicht in ausreichender Weise.

Nach einer Untersuchung des Instituts für Hygiene und Arbeitsphysiologie an der Eidgenössenschaftlichen Technischen Hochschule Zürich sind mindestens 3000 m³ Frischluft erforderlich, um den Qualm einer Zigarette so weit zu verdünnen, dass Reizungen der Augen und der Nase nicht mehr auftreten. Dies bedeutet, dass Passivrauch-Konzentrationen in Wohnräumen (etwa 100 m³) oder weitaus kleineren Räumen, z. B. Auto, auch für die nichtrauchenden Mitmenschen eine ernst zu nehmende Beeinträchtigung des Wohlgefühls bis hin zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Nun zur ersten Frage
Die Nikotinsucht beeinträchtigt mehr als jede andere Sucht, die nicht unmittelbar beteiligten Menschen. Wenn die Zigarette zwischen den Zügen nicht weiterglimmen und die Raucher nicht ausatmen würden, wäre Nichtraucherschutz kein Thema. Aber so ist es eben nicht.

Wann immer ein Raucher zur Zigarette/Zigarre greift, rauchen drei bis fünf andere Menschen mit. Nichtraucher werden so gezwungenermaßen zu Mitrauchern. Insbesondere in kleinen Räumen oder im Auto. Nichtraucher - auch Kinder - atmen in verrauchten Räumen an einem Tag Mengen an Krebs erregenden Stoffen ein, die denen mehrerer selbst gerauchter Zigaretten entsprechen. Lesen Sie mehr zum Thema "Passivrauchen ist gesundheitsschädlich" auf der nächsten Seite.

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art 2 GG)

"Das grundgesetzlich garantierte Recht auf körperliche Unversehrtheit wird allerdings massiv verletzt, solange Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend vor den Folgen des Passivrauchens ... geschützt werden", sagte MdB Werner Lensing (CDU/CSU) in der Bundestagsdebatte vom 31. Mai 2001.

Es ist nicht das Nikotin, sondern die zahlreichen anderen Rauchinhaltsstoffe, die für die äußerst schweren Schädigungen durch das Rauchen verantwortlich gemacht werden. Und diesen Rauch atmen auch die Nichtraucher ein.

Die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe stufte bereits 1998 Passivrauchen in die höchste Gefahrenklasse aller Schadstoffe ein.

Mehr Informationen entnehmen Sie bitte unseren Info-Faltblättern.


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