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Hanf (Cannabis)


Kulturpflanze Hanf

Hanf oder wissenschaftlich Cannabis (lat.) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Neben dem Gebrauch als Faser- und Ölpflanze wird Hanf auch, meist in Form von Marihuana und Haschisch, als Rauschmittel und Arzneimittel verwendet. Zudem ist Hanf ein wichtiger nachwachsender Rohstoff und findet in der Bau- und Autoindustrie Verwendung.

In China wurde Hanf schon vor mindestens 10.000 Jahren genutzt. Hanf lieferte einerseits wohlschmeckende und nahrhafte Samen und andererseits Stängel mit nahezu unverwüstlichen und vielseitig nutzbaren Fasern.

Über Indien und die antiken Hochkulturen im heutigen Irak trat Hanf seinen Siegeszug um die Welt an. Die alten Griechen und ihre ägyptischen Nachbarn kleideten sich oft mit Hanf, wussten aber auch die angenehme Wirkung von Cannabis-Gebäck, welches "Ausgelassenheit und Vergnügen hervorruft", zu schätzen.

Über Spanien fand im 13. Jahrhundert eine weitere Anwendung der Hanffaser, nämlich die Papierherstellung, ihren Weg nach Europa. So entstand in Nürnberg bereits 1290 eine erste Papiermühle auf deutschem Boden. Gutenberg druckte 1455 seine berühmte Bibel auf Hanfpapier und auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf dem fast unverwüstlichen Hanfpapier verfasst.

Hanf ist der nächste Verwandte des Hopfens. Im Gegensatz zum Hopfen produziert Hanf jedoch sogenannte Cannabinoide, z. B. THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), die für die psychoaktiven Wirkungen von Hanf verantwortlich gemacht werden.

Hanf ist eine schnell wachsende und hinsichtlich der Bodenzusammensetzung anspruchslose Pflanze, die eine große natürliche Widerstandsfähigkeit gegen fast jeden Krankheitsbefall hat. Auch gegen Schädlingsbefall ist Hanf dank seiner "Abwehrstoffe" THC und CBD bestens gerüstet.

Von Natur aus ist Hanf zweihäusig, d.h. er wächst als männliche oder weibliche Pflanze heran. Die männlichen Blüten sind lose in Rispen, die weiblichen in Trauben angeordnet. Es gibt aber auch einhäusige Zuchtsorten. Die weiblichen Pflanzen sind meist größer und weisen einen höheren Gehalt an THC und CBD auf. Einen besonders hohen Gehalt an THC weist "Indischer Hanf" auf.

Hanf mit einem THC-Gehalt über 0,2 % kann als Rauschmittel verwendet werden und unterfällt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Umgangssprachlich steht der wissenschaftliche Name "Cannabis" auch für dessen Rauschprodukte Marihuana (Blüten) und Haschisch (Harz).

Hanf mit einem THC-Gehalt unter 0,3 % wird in der Regel als "Nutzhanf" bezeichnet. Die Fasern aus dem Bast der Nutzhanfsorten werden als Werkstoff für unterschiedliche Anwendungen genutzt, z. B. als Werg für die Abdichtung von Rohrverschraubungen, für die Produktion von Textilien, als Dämmstoff im Hausbau oder im Automobilbau für Türinnenverkleidungen.


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